1250 Jahre

Lambsheim

Presseschau




Nov 25

Das ganze Dorf ist eingeladen



von Vera Barth und Sonja Weiher (Die RHEINPFALZ)
 

Theaterprojekt mit Chawwerusch zur 1250-Jahr-Feier in Lambsheim

Zeitzeugen und Helfer gesucht

Geschichten aus der Lambsheimer Geschichte will ein Theaterprojekt zur 1250-Jahr-Feier der Ortsgemeinde sammeln. Dazu sollen bis März zahlreiche Interviews geführt werden. Mit Unterstützung des Chawwerusch Theaters wird daraus dann bis Herbst 2018 ein Stationentheater entstehen.

Mit einem Pilottag sind Mitte November die Vorbereitungen für das umfangreiche historische Projekt gestartet. Rund 25 Bürger, Vereins- und Gemeindevertreter waren an dem Tag dabei. Für die Umsetzung des Stücks seien jedoch noch wesentlich mehr Unterstützer notwendig, sagt Rafael Barth vom Theater am Türmchen in Lambsheim, der mit Ingeborg Eisenbarth, Renate Young und Jochen Glatt für die Koordination und Projektleitung verantwortlich ist.

„Wir haben Arbeitsgruppen für die unterschiedlichsten Bereiche eingerichtet, zum Beispiel Technik, Bühnenbau, Kostüme, aber auch Personen, die sich darum kümmern, Sponsoren zu gewinnen", sagt Barth. Die Verantwortlichen rechnen mit Kosten von rund 22.000 Euro, 12.000 Euro übernimmt die Ortsgemeinde. Zahlreiche Vereine wollten sich mit ihren Mitgliedern einbringen. Für die Lambsheimer Landfrauen sei beispielsweise bereits klar, dass sie sich um die Verköstigung kümmern.

Moderiert wurde der Projekttag von Walter Menzlaw und Felix S. Felix vom Chawwerusch Theater. Das Ensemble, das im südpfälzischen Herxheim seine Spielstätte hat, begleitete bereits zahlreiche lokalhistorische Aktionen in der Pfalz, unter anderem diesen Sommer zum Jubiläum der Verleihung des Marktrechts in Kirrweiler (Kreis Südliche Weinstraße). Das Besondere bei diesen Theaterprojekten ist, dass die Bevölkerung sehr eng in die Entstehung des Stücks und in seine Umsetzung eingebunden ist. Zum Teil waren mehrere Hundert Menschen an den Inszenierungen beteiligt.

Die Vorarbeiten zu dem Lambsheimer Theaterprojekt mit dem Arbeitstitel „Kommen und Gehen" beginnen Anfang kommenden Jahres mit einer Reihe von Interviews, für die die Projektteilnehmer eigens geschult werden. „Wir gehen auf Spurensuche und wollen mit Menschen reden, die uns zum Beispiel sagen können, wie es war, in der alten Kofferfabrik zu arbeiten, oder die den Lambsheimer Großmarkt noch kannten", sagt Barth. Etwa 30 Namen habe man bereits gesammelt, man freue sich aber über weitere Zeitzeugen, die zu einem Gespräch über selbst Erlebtes oder von Eltern und Großeltern Gehörtes sind. Die Interviews werden protokolliert und dienen dem Chawwerusch-Team zusammen mit Material aus dem Lambsheimer Archiv als Vorlage für etwa acht bis zwölf Szenen. Diese werden im September 2018 dann an verschiedenen Stationen, etwa an der Stadtmauer, gespielt.

„Grob vorgenommen haben wir uns jetzt, dass wir an zwei Wochenenden das Theaterstück an zwei Tagen bis zu zehn Mal aufführen wollen", erklärt Melanie Günther, Koordinatorin des Projekts bei der Ortsgemeinde Lambsheim. Weil nicht nur die Interviews, sondern auch das Theaterstück selbst umfangreich dokumentiert werden, entsteht so ganz nebenbei und völlig beabsichtigt ein wertvoller Beitrag zur Erforschung der Lambsheimer Geschichte.

Historisches, aber auch Aktuelles soll in dem Stück aufgegriffen werden. So ist unter den möglichen Gesprächspartnern auch eine Flüchtlingsfamilie, die in Lambsheim lebt. Norbert Stuck, der für das Theater am Türmchen schon wiederholt Episoden aus der Dorfgeschichte aufgeschrieben und inszeniert hat, will sich ebenfalls in das Jubiläums-Projekt einbringen. „Wenn wir anfangen, Geschichten zu sammeln, wird das Projekt immer weiter getragen", glaubt Barth. Schon jetzt sei eine wachsende Begeisterung spürbar. „Das ganze Dorf ist eingeladen, mitzumachen", sagt er.




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